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Siebenundvierzigstes Kapitel. Leopold Lesser Triumphator

Full text: Millionäre / Landsberger, Artur (Public Domain)

erklärlich, wo mein seliger Vater vor kaum sechs Wochen 
gestorben ist!“ 
„Aber du! — was wird aus dir?“ fragte Leopold ganz 
ängstlich und wandte sich an Beer. 
„Ich werde bemüht sein, euch Sohn und Tochter zu er⸗ 
setzen!“ erwiderte Max. 
Da erhob sich Leopold, trat in seine Morgenschuhe und 
ging auf Max zu. 
„Das war das rechte Wort zur rechten Zeit,“ sagte er 
und drückte ihm die Hand. „Wir werden nun um so fester 
zusammenhalten.“ 
Jetzt schluchzte auch Emilie laut auf! 
„Komm auch zu mir!“ sagte sie unter Tränen. Max 
trat an ihr Bett und beugte sich über sie. Sie schloß ihn in 
ihre Arme und jammerte laut: 
„Wir haben es doch so gut mit ihr gemeint. Wie schreck⸗ 
lich, wenn man von seinen Kindern nicht verstanden wird.“ 
Johann klopfte an die Tür: 
„Was ist?“ fragte Leopold. 
„Die Post, Herr Geheimrat!“ 
Beer griff mit dem Arm durch die Tür und nahm 
sie ab. 
„Das hat ja Zeit!“ meinte Emilie. 
„Hier ist ein eingeschriebener Brief von der juristischen 
Fakultät zu Rostock.“ 
„Was will denn die?“ fragte Leopold. 
„Womöglich die Einstellung des Verfahrens,“ rie 
Emilie. 
„Unsinn!“ erwiderte Leopold. „Sieh bitte nach!“ 
Und Beer öffnete und las: 
„Hiermit gibt sich der Dekan der juristischen Fa⸗ 
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