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Dreiunddreißigstes Kapitel. Die einträchtige Familie

Full text: Millionäre / Landsberger, Artur (Public Domain)

Dreiunddreißigstes Kapitel 
Die einträchtige Familie 
ie geheimrätliche Familie von Lasser⸗Köhnen saß beim 
Doau 
„Nun, Maud,“ fragte Emilie; „wie gefällt dir dein 
Bruder? Ist es nicht, als ob er ein anderer geworden 
wäre, seitdem er Vernunft angenommen hat? Ordentlich 
hübsch sieht er aus!“ 
Maud setzte die Tasse hin und sagte: 
„Du weißt ja, Mama, ich kann an den Männern 
nichts finden.“ 
„Leider weiß ich das! — Wenn du ein bißchen hinterher 
gewesen wärest, so könntest du heute die Braut des Prinzen 
Liebenthal sein, statt mit ...“ 
Sie brach plötzlich ab. Walter sah sich um. Der Diener 
trat ins Zimmer. 
„Das ist Takt!“ erläuterte Maud. 
„Was?“ fragte Walter. 
„Daß im Beisein der Dienerschaft nicht mehr über In⸗ 
terna — oder wie Mama sagt — Inferna — gesprochen 
wird.“ 
„Maud“!“ schalt Emilie und warf einen scheuen Blick 
auf Johann, den Diener, der am Teetisch räumte und tat, 
als wenn er nichts hörte. 
„Und da wir“, fuhr Maud fort, „vom Augenblick des 
Erwachens bis zum Schlafengehen immer von Dienern 
und Zofen umringt sind ...“ 
„Das gehört sich so!“ unterbrach Emilie. 
„Möglich! — Jedenfalls ist es auf diese Weise unmög⸗ 
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