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Fünfundzwanzigstes Kapitel. Wie Emilie ihren Verkehr erzwingt

Full text: Millionäre / Landsberger, Artur (Public Domain)

sich von dem Diener den Mantel überhängen, reichte Emilie 
und Leopold die Fingerspitzen und verschwand. 
„Sie wollen uns auch schon verlassen?“ fragte Emilie. 
„Ich — ich —“ stammelte Graf Stollberg, „hätte gern 
ein Wort unter vier Augen mit Ihrem Gatten ...“ 
„Mit dem größten Vergnügen,“ erwiderte Emilie, und 
ehe Leopold etwas erwidern konnte, gab sie dem Diener ein 
Zeichen, die Tür, die rechts vom Flur lag, zu öffnen. 
„Wenn Sie hier eintreten wollen, Herr Graf —“ sagte 
Emilie und ging voraus. 
Der Oberst blieb an der Tür stehen. 
„Gnãadige Frau verzeihen — es sind nur vier Worte, die 
ich — sozusagen unter vier Augen mit Ihrem Gatten —“ 
„Bitte! bitte! das tut gar nichts;“ — und im nächsten 
Augenblick standen sich der Oberst, Leopold und Emilie in 
dem kleinen Empfangsraum gegenüber. 
„Nun denn,“ sagte Graf Stollberg und fand sich mit 
Emiliens Gegenwart ab, — „ich weiß nicht, ob Ihr Fräu⸗ 
lein Tochter — es müßte denn gerade in diesem Augen⸗ 
blick geschehen sein — schon — mit Ihnen gesprochen hat — 
ich habe ihr nämlich — 
Emilie führte die Hand vor den Mund, um ihren Aus⸗ 
ruf „Poldi!“, den sie nicht mehr unterdrücken konnte, zu 
dämpfen. 
„Also hat sie —“ stammelte Graf Stollberg — „mit 
Ihnen gesprochen — nun, dann hilft's nichts —“ 
„Das kommt so unerwartet,“ sagte Emilie — „so aus 
heiterm Himmel.“ 
„Und doch, ich möchte Ihnen zu erklären suchen, wie ich 
dazu gekommen bin. Ich bin Soldat“ — er nahm Hal⸗ 
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