Path:
Einundzwanzigstes Kapitel. Wie Lessers ihren Sohn zu bekehren suchen

Full text: Millionäre / Landsberger, Artur (Public Domain)

Und was waren das alles für Leute, die hier bei Tische 
saßen! Nicht ein einziger hatte eine innere Beziehung zu 
diesem Hause, in das sie, wenn nicht aus Freude am guten 
Essen, dann bestimmt aus Gründen kamen, die mit Sym⸗ 
pathien für den Hausherrn nicht das mindeste zu tun 
hatten. 
Es fiel Walter auf, daß die meisten — und zwar gerade 
die mit den klingendsten Namen — allein, ohne ihre Frauen 
kamen. Und als er später seine Mutter fragte, da setzte sie 
ihr suffisantes Lächeln auf und sagte: 
„In einem Jahre sitzen die Frauen auch hier: verlaß 
dich drauf! Ob sie wollen oder nicht.“ 
Walter begriff zunächst gar nicht, was sie meinte; erst 
als beim Gehen der Graf Saurma zum Vater sagte: 
„Also, Herr Kommerzienrat, meine Frau freut sich, Sie 
Montag abend bei sich zu haben,“ da erst ging ihm ein 
Licht auf; denn als er sich abermals an seine Mutter um 
Auskunft wandte, erhielt er die Antwort: 
„In einem Jahre werden mich Saurmas auch ein⸗ 
laden.“ 
Auch hörte Walter aus der Unterhaltung, daß sein Va— 
ter Mitglied aller möglichen Klubs, — Jagd⸗, Reit⸗, Renn⸗, 
Motor⸗, Segel⸗, Box⸗, ja selbst Flieger-Klubs geworden 
war. Und als er seiner Schwester, die neben ihm saß, sein 
Erstaunen ausdrückte und sagte: 
„Ja, aber Vater ist doch so mit das Angstlichste und 
Ungeschickteste, was es gibt,“ da lachte Maud laut auf 
und sagte: 
Du bist doch zu naio, Walter; um das Derby zu ge⸗ 
winnen, Geld⸗ und Ehrenpreise zu stiften, Flughäfen zu 
errichten und von Berlin aus zuzusehen, wie einem die 
197
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.