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Neunzehntes Kapitel. Der junge Lesser besucht seine Eltern

Full text: Millionäre / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Am Ende haben wir Walter ja nicht nach Berlin 
kommen lassen,“ sagte Emilie, „um uns über seine Zi⸗ 
garren zu unterhalten?“ 
„Mama hat recht,“ erwiderte Walter. „Wie wär's zum 
Beispiel, wenn wir uns ein wenig über die Liebschaften 
dieser Miß Dawis unterhielten?“ 
„Das dürfte auch kaum die richtige Konservation sein!“ 
„Nein, Mama, wo hast du in der kurzen Zeit nur all 
die falschen Fremdwörter her?“ 
„Argere Mama nicht!“ befahl Leopold. 
„Schön, reden wir von was anderem, um so mehr, als 
euch Jette ja ausführlicher darüber berichten kann, als ich.“ 
„Was? — über die Liesons dieser Miß?“ fragte Emilie 
und stürzte zur Klingel. 
Ein Diener erschien und verbeugte sich. 
„Miß Dawis soll sofort hereinkommen!“ 
„Sehr wohl, Frau Kommerzienrat!“ 
Der Diener verschwand. 
„Es schickt sich wohl nicht, daß ich bei dieser Vernehmung 
zugegen bin,“ sagte Walter. 
„Oh nein, du irrst!“ erwiderte Emilie, und mit Pathos 
fuhr sie fort: „Ich wünsche sogar, daß du als Sohn dabei 
bist, wenn es sich um die Repühtation der Familie handelt.“ 
Der Diener erschien und meldete: 
„Miß Dawis!“ 
Miß Dawis trat ein. 
„Frau Rat haben mir rufen lassen?“ 
„Ja,“ sagte Emilie, „es handelt sich um Ihre Lieb⸗ 
schaften.“ 
Die Miß machte eine Schnute wie ein Karpfen. 
„O shocking!“ sagte sie mit einem verächtlichen Blick zu 
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