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Neunzehntes Kapitel. Der junge Lesser besucht seine Eltern

Full text: Millionäre / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Danke, mein Sohn — und dir?“ 
„Ausgezeichnet! Die Mutter braucht man nicht erst 
zu fragen.“ 
„Wieso?“ fragte Emilie. 
„Da genügt ein Blick,“ erwiderte Walter und sah sie 
an. „Ich weiß gar nicht, was das ist?“ 
„Was denn?“ fragte Emilie. 
„Trägst du höhere Absätze als früher, oder erscheint es 
mir nur so — es ist doch unmöglich, daß du gewachsen bist!“ 
„Mama hült sich nur gerade, seitdem sie Kommerzien⸗ 
rätin ist,“ sagte Maud und lachte. 
„Fabelhaft! Und was wird erst werden, wenn du eines 
Tages Frau Geheimrat wirst?“ 
„Dann wird Mama, statt in die Höhe zu schießen, in 
die Breite gehen,“ meinte Maud. 
„Also hoffen wir, daß des Himmels Gnade euch davor 
bewahre. Oder bestehen etwa Chancen?“ fragte Walter. 
„Chancen?“ erwiderte Emilie und setzte ihr suffisantes 
Lachen auf, „wenn du ein paar Wochen hier bleibst, so ist 
es möglich, daß du es mit erlebst.“ 
Walter wehrte ab. „Für solche Erschütterungen, liebe 
Mama, fühle ich mich nicht stark genug,“ spottete er. 
„Mir scheint doch, daß wir ernstere Dinge miteinander 
zu besprechen haben,“ sagte Leopold. „Bitte, Walter, komm 
in mein Privatbüro hinüber; du, Emilie, begleitest uns 
wohl.“ 
Als sie in der Tür standen, fragte Walter: 
„Was gibt es denn so Ernstes zu besprechen, Papa?“ 
„Die Eltern wollen, daß du umsattelst,“ sagte Maud. 
„Was?“ fragte Walter entsetzt, „ich soll meinen Beruf 
aufgeben?“
	        
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