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Zweiter Teil

Full text: Bankhaus Reichenbach / Landsberger, Artur (Public Domain)

»Heinz Reichenbach. — Seine Sammlung soll eine der 
besten in Europa sein.« 
»Was hat denn das alte Porzellan Heinz Reichenbachs 
mit der fixen Idee meines Mannes zu tun?« 
»Mit einer chinesischen Porzellanfigur ist ihm freilich 
nicht gedient. Es muͤßte schon eine Puppe sein, die 
lebt.« 
»Du meinst ...? — Jetzt verstehe ich! — Das ist ja 
ein toller Gedanke!« 
»Eine fixe Idee heilt man mit einer noch fixeren.« 
»Ist das dein Ernst?« 
»Er wuͤnscht sich einen Morener, der ein Reichenbach ist. 
Erfuͤll ihm den Wunsch.« 
»Du tust, als ob es sich um ein Geschenk handelt, das 
man in einem x⸗beliebigen Laden kaufen kann.« 
»O nein! die Echtheit muͤßte in diesem Falle schon ver⸗ 
buͤrgt sein.« 
»Du mutest mir viel zu.« 
»Du fragst mich um Rat — und ich gebe ihn dir — 
den einzigen, der in diesem Falle Erfolg verspricht.« 
»Das bringe ich nicht uͤber mich.« 
»Dann wirst du es zu verantworten haben, wenn 
dein Mann uͤber kurz oder lang in eine Anstalt kommt.« 
»Man kann von mir doch nicht verlangen,« erwiderte 
Frau Hedda in gereiztem Ton — »daß ich meinem Mann 
zuliebe.. .« — Tante Amalie laͤchelte und Frau Hedda 
fuhr fort: »das ist ja grotesk.« 
»Wenn du einen anderen Ausweg weißt, — bitte! Ich 
weiß keinen.« 
Frau Hedda dachte nach und sagte ploͤtzlich: 
»Selbst wenn ich — was ich fuͤr ausgeschlossen halte — 
4 8L., R. 
29
	        
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