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Erster Teil

Full text: Bankhaus Reichenbach / Landsberger, Artur (Public Domain)

»Nein! — Bitte sagen Sie's mir!« 
»Dazu muß ich erst wissen, ob wir denn nun wirklich 
verlobt sind.« 
»Ich fuͤr meine Person bin es! Aber da zu einer Verlo⸗ 
bung unbedingt zwei gehoͤren ...« 
Sie streckte ihm die Hand hin und sagte: 
»Abgemacht!« 
Jetzt war der Augenblick da, wo er sie — im Leben wie 
im Roman — an sich druͤcken und ihr einen Kuß — zum 
mindesten auf die Stirn druͤcken mußte. Beide hatten 
diesen Gedanken. Und waͤhrend ihr das Wort: »spaͤter« 
auf den Lippen lag, lenkte er ab, indem er das Gespraͤch 
von zuvor wieder aufnahm, und fragte: 
»Und jetzt darf ich auch wissen, weshalb ...« Er bekam 
das »Dus« nicht uͤber die Lippen. 
»Ich Ihren Neffen zu Ihnen schickte?« fiel ste ihm ins 
Wort. »Um Sie aufzumuntern. — Ich wußte, er wuͤrde 
Ihnen nur Gutes von mir erzaͤhlen.« 
In diesem Augenblick hatte Morener so etwas wie eine 
Gemuͤtsbewegung. Aber es war wohl mehr Eigenliebe 
als ein gutes Gefuͤhl, als er jetzt den Arm um Hedda 
legte und mit veraͤnderter Stimme beinahe zaͤrtlich 
fragte: 
»Dann hast du es dir wohl gar gewuͤnscht, meine Frau 
zu werden?« 
Hedda laͤchelte verschmitzt, legte kokett den Kopf an seine 
Schulter, sah zu ihm auf und erwiderte zaͤrtlich: 
»Ich habe damit gerechnet.« — 
Im selben Augenblick sagte Heinz Reichenbach laut: 
»Schach dem Koͤnig!« und setzte seinen Gegner matt. 
»Das klingt ja wie bestelltl« meinte Heinrich Morener 
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