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Dritter Teil

Full text: Bankhaus Reichenbach / Landsberger, Artur (Public Domain)

»Wenn er es nicht gewesen ist, kann sie ihm doch auch 
nicht dabei geholfen haben.« 
Direktor Urbach sah sie verdutzt an und sagte zoͤgernd: 
»Sie meinen ...?ꝰ« 
»Karl Morener hat widerrufen,« sagte Frau Hedda 
und Urbach erwiderte: 
»Das kann moͤglich sein!« 
»Er hat der Behoͤrde gegenuͤber uͤberhaupt noch gar nicht 
gestanden.« 
»Ein Gestaͤndnis duͤrfte in diesem Falle ebenso belanglos 
wie ein Widerruf sein.« 
»Wie meinen Sie das?« fragte Frau Reichenbach mit er⸗ 
hobenem Haupt. 
»Karl Morener ist uͤberfuͤhrt.« 
»Von wem?« 
»Die Beweise sind luͤckenlos.« 
»Herr!« fuhr ihn Frau Reichenbach an. »Sie scheinen 
nicht zu wissen, daß Sie von dem Braͤutigam meiner 
Tochter, Herrn Leonard Reichenbachs Schwiegersohn, 
sprechen.« 
Direktor Urbach wich ein paar Schritte zuruͤck. Dann 
verbeugte er sich leicht zu Frau Reichenbach hin und sagte: 
»Verzeihung, Frau Kommerzienrat! Aber als Mensch und 
Direktor, der noch heute in Leonard Reichenbach seinen 
Chef und vaͤterlichen Freund verehrt, kann ich nicht glau⸗ 
ben ...« 
»Sind Sie gewoͤhnt, von mir eine Unwahrheit zu 
hoͤren ?« 
»Ich begreife, daß der unuͤberlegte Schritt Ihres Fraͤu⸗ 
lein Tochter ...« 
»Er ist sehr wohl uͤberlegt.« 
»Aber doch ohne Ihr Wissen.« 
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