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Dritter Teil

Full text: Bankhaus Reichenbach / Landsberger, Artur (Public Domain)

irrtum auf, an dem weniger die Justiz, als das voͤllig un⸗ 
verstaͤndliche Verhalten Heinz Reichenbachs die Schuld 
trug. UÜbertriebene Ruͤcksichtnahme und die Furcht, eine 
Dame zu kompromittieren, deren Rolle in dieser Affaͤre 
noch voͤllig ungeklaͤrt war, war fuͤr ihn ausschlaggebend 
gewesen. Das hatte zur Folge gehabt, daß seine Vertei⸗ 
digung beinahe wie eine Selbstanklage gewirkt hatte. 
»Sie glauben, dieser Morener ist mit der Dame bereits 
auf der Flucht?« fragte der Direktor. 
»Se meinen den Karl? Den krijen Se nich.« 
»Wann er gefahren ist, unter welchem Namen und mit 
welchem Schiff hat die Dame nicht gesagt?« 
»Ick habe nu jenug jesagt.« 
»Er ist am Ende schon in Rio?« 
»Det staͤnde doch in die Zeitung. Von so'n Flug machen se 
—V 
fahrt.« 
»Ah so, er fliegt also.« 
»Hab ick nich jesagt.« 
»Es genuͤgt mir. Wenn sich Ihre Angaben als richtig er⸗ 
weisen, so wird man das voraussichtlich bei Zumessung 
des Strafmaßes beruͤcksichtigen.« 
»Kann man denn die Dame den Schmuck nich einfach 
wieder zustellen ꝰ« 
»Selbstverstaͤndlich kann man das.« 
»Ohne Umweij uͤber Berlin.« 
»Wie meinen Sie das?« — Er verstand natuͤrlich sehr 
gut. 
»Weil's doch so nah is und die Herren vons Jericht schon 
soviel zu tun haben.« 
»Damit wuͤrde ich mich strafbar machen.« 
»Wer erfaͤhrt 'n det?« 
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