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Dritter Teil

Full text: Bankhaus Reichenbach / Landsberger, Artur (Public Domain)

»Wo sind Sie heut nacht eingebrochen?« 
»Janich — ick saj Ihnen ja, det Fenster stand offen. Ick 
hab och 'n Zeugen dafor.« 
»Also wo waren Sie? Wem haben Sie den Schmuck ge⸗ 
stohlen ?« 
»Bei 'ne Dame!« 
»Wie heißt sie ?« 
»Uff Wort, det weeß ick nich.« 
»Die Adresse ꝰ« 
Der Rote sah Heinz Reichenbach an und fragte ihn: 
»Stoͤrt et dir, wenn ick et saje?« 
»Schweigl!« befahl Heinz. 
»Sie sind ja ein ganz gefaͤhrlicher Mensch!« fuhr der Di⸗ 
rektor Heinz Reichenbach an. 
»Herr Direktor!« setzte sich Heinz zur Wehr — aber der 
sagte veraͤchtlich: 
»Spielen Sie sich nicht auf. Bei dem Bankdiebstahl konnte 
man irgendwie noch Sympathien fuͤr Sie haben — weil 
man noch nicht wußte, wes Geistes Kind Sie sind. Aber 
jetzt sind Sie durchschaut — und zwar gruͤndlich.« 
Reichenbach hielt es bei diesem Tatbestand fuͤr zweck⸗ 
los, seine Unschuld zu beteuern — zumal er unmoͤglich die 
Wahrheit sagen konnte, ohne Frau Hedda in eine voͤllig 
unmoͤgliche Lage zu bringen. Er war sich uͤber die Zusam⸗ 
menhaͤnge natuͤrlich klar. Der Rote hatte den Ausbruch 
nur angeregt, weil er hoffte, Heinz werde die Gelegenheit 
benutzen, den gestohlenen und verborgenen Devisen einen 
Besuch abzustatten. Seine Absicht war es sicherlich, ihm 
den Schatz abzujagen. Mehr als das beschaͤftigte ihn die 
Vorstellung, was Frau Hedda denken wuͤrde, wenn sie den 
Diebstahl entdeckte. Auf den Gedanken, daß er — nein! 
das dachte er nicht zu Ende. Aber selbst wenn sie annahm, 
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