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Dritter Teil

Full text: Bankhaus Reichenbach / Landsberger, Artur (Public Domain)

gebene Zeit im Walde, etwa einen halben Kilometer von 
Brandenburg entfernt, ein Automobil und mehrere Raͤder 
mit der notwendigen Begleitmannschaft. Horchposten in 
der Richtung Brandenburg wurden ausgestellt — aber 
es dauerte gar nicht lange, da krochen durch eine kleine 
Tannenlichtung ein paar Leute heran, deren erster den 
roten Kopf aus dem Gruͤnen hob und halblaut: 
»Schmetterling« 
— 
der große Blonde und Heinz Reichenbach befanden. Alle 
drei trugen Zuchthauskleider. 
Der Rote wollte vorstellen und eine lange Begruͤßungs⸗ 
rede halten — aber der Fuͤhrer der Kolonne fiel ihm ins 
Wort und sagte: 
»Quatschen kannst de nachher! Erst mal weg von hier!« 
Der Blonde nannte die Adresse seiner Mutter im Osten 
Berlins. Aber der Rote sagte: — und er wies auf Rei⸗ 
chenbach: 
»Der da will in die entjejenjesetzte Richtung.« 
Ein paar Augenblicke spaͤter sauste das Auto mit dem um⸗ 
gekleideten Blonden und einem Begleiter nach Berlin, 
waͤhrend Heinz Reichenbach ein Rad bestieg und in der 
Richtung Brandenburg davonfuhr. 
»So! und nu schick die andern wej!« sagte der Rote zu 
dem Fuͤhrer der kleinen Kolonne, die voͤllig harmlos aus⸗ 
sah und den Eindruck eines Radfahrervereins machte, der 
von einem Ausflug heimkehrte. Sogar ein paar Radlerin⸗ 
nen hatten sie der Taͤuschung wegen mitgenommen. 
»Was hast du vor?« fragte der Fuͤhrer, als die anderen 
fort waren und der Rote schnell einen Fahrraddreß uͤber— 
zezogen und die Zuchthauskleidung in ein kleines Paket 
gewickelt hatte. 
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