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Dritter Teil

Full text: Bankhaus Reichenbach / Landsberger, Artur (Public Domain)

»Das Plaͤdoyer des Staatsanwalts kann nicht uͤberzeu⸗ 
gender sein, denn von fuͤnf bis sechs Uhr, also waͤhrend 
einer Stunde, haben die Verbrecher uͤber und uͤber Zeit 
gehabt, um ihn zu betaͤuben oder bewußtlos betrunken zu 
machen, ihm die Schluͤssel abzunehmen und den Schrank 
zu pluͤndern. « 
»Und warum haben sie ihm die Brieftasche, die Uhr und 
das Auto gestohlen? Damit laufen sie doch Gefahr, sich 
u verraten.« 
»Damit lenken sie vom Wesentlichen ab. Denn da die 
Wahrscheinlichkeit groß ist, daß man die Leute, mit denen 
er verkehrt hat, eruiert, so mußten sie einen Beweis schaf⸗ 
fen, weshalb sie ihn betaͤubt haben. Um ihn auszupluͤn⸗ 
dern! Das ist doch plausibel. Und dafuͤr brummen sie gern 
ein paar Jahre ab, wenn sie hinterher mit der inzwischen 
rgendwo sichergestellten halben Million Aussicht auf ei⸗ 
nen sorgenlosen Lebensabend haben.« 
»Erstaunlich, wie du die Gedanken und die Gefuͤhlswelt 
dieser Menschen kennst.« 
»Du lieber Gott! So ein Stuͤckchen Verbrecher steckt ja 
wohl in jedem von uns.« 
»Und was sagt Heinz Reichenbach zu dieser Aufklaͤrung? 
Weshalb hat er alles das bisher verschwiegen, wenn er 
damit der Verhaftung entgehen konnte da 
»Wenn du die Passion haͤttest, mit Verbrechern und 
Dirnen zu verkehren — waͤre es dir dann lieb, wenn es 
an die große Glocke kaͤme?« 
»Bei einer Frau ist das etwas ganz anderes. Und bes—⸗ 
ser als eines Einbruchs verdaͤchtigt zu werden, ist es auf 
alle Faͤlle.« 
Du setzt dich daruͤber hinweg — weil du auf die Men⸗ 
schen pfeifst und es dir gleichguͤltig ist, was sie von dir 
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