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Dritter Teil

Full text: Bankhaus Reichenbach / Landsberger, Artur (Public Domain)

Heddas sprach. Schon das Unpersoͤnliche des Telegramms 
beruͤhrte ihn eigenartig. Wenn sie ihm nach laͤnger als 
einem Jahr etwas zu sagen hatte, weshalb schrieb sie ihm 
dann nicht ein paar Zeilen? Einen Augenblick lang er—⸗ 
wog er, ob er Karl Morener ins Vertrauen ziehen und 
ihm von dem Telegramm Mitteilung machen sollte. Der 
kam unter Menschen, der sah Hedda, kannte manche Zu—⸗ 
sammenhaͤnge, die ihm fremd waren. — Seltsam, daß es 
in diesem Augenblick an die Tuͤr klopfte — und kein an—⸗ 
derer als Karl Morener ins Zimmer trat. 
»Ich habe gerade an dich gedacht!« sagte Heinz. 
»Und ich an dich,« erwiderte Morener und hielt ihm 
zwei Karten fuͤr die Oper vors Gesicht. »Du kommst doch 
mit ?ꝰ« 
»Leider muß ich dir einen Korb geben. Ich habe so selten 
etwas vor. Aber gerade heute abend bin ich verhin⸗ 
dert.« 
»Das glaube ich dir einfach nicht.« 
Statt einer Antwort reichte ihm Heinz das Telegramm 
und fragte: 
»Was haͤltst du davon ?« 
»Daß du meine Tante jeden Abend, eine Urauffuͤhrung 
don Richard Strauß aber nur einmal, und zwar heute, 
zenießen kannst.« 
»Du glaubst also wirklich ... L« 
»Was ? « 
Daß das Telegramm von deiner Tante ist?« 
»Ich weiß es sogar. Sie hat mir davon gesprochen.« 
»Sie hat — mit dir — davon — gesprochen ?« 
»Ja! — Sie sagte mir, daß sie dich bitten wolle. Was 
findest du dabei so sonderbar?« 
»Nichts!« erwiderte Heinz nervoͤs. »Gar nichts.« 
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