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Dritter Teil

Full text: Bankhaus Reichenbach / Landsberger, Artur (Public Domain)

vorgeruͤckter Stellung wuͤrde man ihn mit dem Vertrauen 
begluͤcken, Geschaͤfte zu taͤtigen, die Gebruͤder Reichenbach 
KCo. aus Prestigegruͤnden nicht mit der Firma decken 
konnten. Der Glaube, daß eine Firma, die auf sich hielt, 
Geschaͤfte, auch wenn sie hohen Gewinn versprachen, ihres 
unsauberen Charakters wegen ausließ — der Gedanke 
kam ihm nicht. 
Karl Morener wußte natuͤrlich von alledem. Und wenn 
er, der anfangs sogar seine verwandtschaftlichen Bezie⸗ 
hungen zu Heinrich Morener unter seinen Sportfreunden 
ableugnete, von dieser Bekanntschaft auch keinen Gebrauch 
machte, so erinnerte er sich jetzt, wo er sich verspekuliert 
hatte und das Messer ihm bereits an der Kehle saß, doch 
lebhaft der engen Geschaͤftsverbindung, die zwischen dem 
alten Schnitter und seinem Onkel Heinrich uͤber ein Jahr⸗ 
zehnt lang bestanden hatten. Er suchte also Ludwig E. 
Schnitter auf, in der Hoffnung, von ihm, wenn auch 
gegen hohe Zinsen, zunaͤchst einmal so viel zu erhalten, 
um sein Termingeschaͤft abdecken zu koͤnnen. 
»Es muß schon boͤse um Sie stehen,« sagte der Alte, 
»wenn Sie sich soweit uͤberwinden und mich aufsuchen.« 
»Daß ich nicht gern komme, gebe ich zu,« erwiderte Karl 
Morener. »Aber daran sind weniger Sie schuld als der 
Grund, der mich zwingt, Sie aufzusuchen.« 
»Doch keine Beschwerde uͤber meinen Sohn?« 
»Im Gegenteil. Alle sind zufrieden mit Erich.« 
»Sie nennen ihn beim Vornamen? Welche Ehre! — Aber 
in Zahlen ausgedruͤckt: wie hoch ist die Summe, fuͤr die 
Sie sich soviel vergeben?« 
»Sie sind ein Fuchs! Ihnen macht man nichts vor.« 
»Ziehen Sie daraus den allein richtigen Schluß und sagen 
Sie mir die volle Wahrheit.« 
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