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Zweiter Teil Dreissigstes Kapitel

Full text: Villa im Tiergarten / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Wasser!“ sagte der mit geschlossenen Augen. „Ich 
habe Brand.“ 
Sie stürzte zum Tisch, holte Wasser, goß es ihm ein, 
feuchtete seine Stirn und Augen und sagte: 
„Willy! steh auf! unten ist wer!“ 
Langsam hob sich der schwere Körper, das Bett 
krachte — sie schob ihm die Schuhe hin, sagte: 
„Komm!“ und eilte, durch die Erregung plötzlich 
nüchtern und klar, voraus. Als sie auf dem ersten Trep- 
penabsatz stand, trat Franz mit Teppichen beladen un- 
ten aus dem Salon, Er sah sie, ließ die Teppiche fallen, 
stürzte die Treppe hinauf, faßte sie und drückte ihr, 
ehe sie noch einen Laut von sich geben konnte, einen 
Knebel in den Mund. . 
In diesem Augenblick trat oben Williams aus dem 
Zimmer. Er schob sich bis zum Treppengeländer und 
sah Franz, dessen Lampe ein paar Stufen höher stand, 
und ihm und Frida gerade ins Gesicht leuchtete. 
„Franz!“ rief er. Der ließ Frida los, wandte sich um, 
starrte nach oben, traute seinen Augen nicht, wußte 
nur, wessen Stimme es war, die wie der Schlag eines 
Hammers in sein Ohr drang — so deutlich, daß es kei- 
nen Irrtum gab — taumelte ein paar Schritte zurück 
und sagte so laut, daß der oben es gerade noch hörte: 
„Du? — Willy!“ 
Willy stieg die Treppe hinunter, trat vor Franz hin, 
reichte ihm die Hand und sagte: 
„Du Kerl!“ 
„Und du — — bist Williams?“ 
Willy lachte ganz laut. Die andern Einbrecher, die 
im Salon arbeiteten, horchten auf, kamen heraus, sahen 
wie Franz und Willy sich in den Armen lagen, wußten 
vor Ueberraschung nicht, ob sie fliehen oder 'sich 
freuen sollten — bis Willy Franz endlich losließ, tief 
aufatmete und wie von einem schweren Druck befreit 
sagte: 
„Endlich!“ 
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