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Zweiter Teil Sechsundzwanzigstes Kapitel

Full text: Villa im Tiergarten / Landsberger, Artur (Public Domain)

müssen das Lokal verlassen. Die Begleiter von Burg 
nehmen die Pakete ab und tragen sie in Autos, die vor 
der Tür halten. Burg selbst stellt eine Weckeruhr auf 
den Tisch und verkündet: ‚Wem sein Leben lieb ist, 
rührt sich nicht von seinem Platz, bevor diese Uhr 
weckt. Dann, und zwar um sieben, kann jeder sehen, 
wie er nach Hause kommt. Gute Nacht, meine Herr- 
schaften! Gute Unterhaltung für den Rest der Nacht!‘ 
— Damit verläßt auch er den Saal!“ 
„Ganz fabelhaft!“ ruft der Beamte, und Burg zündet 
sich eine Zigarette an. Der Präsident fährt fort: 
„Man kann sich vorstellen, in welcher Verfassung die 
Herrschaften die nächsten Stunden verlebten. Ueber 
die Art, wie sie dann um sieben Uhr in diesem Aufzug 
den Heimweg angetreten haben, schweigen sie sich aus. 
Jedenfalls fand jeder am nächsten Tage in seinem Ho- 
telzimmer, resp. in seiner Wohnung, das Paket mit 
seinen Sachen vor.“ 
„Burg, Sie sind ein fabelhafter Kerl!“ rief der Ober- 
regierungsrat, 
„In den Kreisen, die es angeht und die zufällig diese 
Nacht zu Haus oder woanders verbrachten, war der 
Vorfall natürlich in den nächsten zwölf Stunden be- 
kannt. Der Polizei, was ich nebenbei bemerke, nicht. 
Herr Burg hat dann, was ich durchaus billige, an einem 
der nächsten Abende das Verfahren in einem anderen 
Lokal genau in derselben Weise wiederholt. Diese bei- 
den Male haben genügt, um den Herrschaften diese 
Art des Nachtbummels zu verleiden.‘“ 
„Man sieht, was ein kluger Kopf vermag!“ sagte der 
Oberregierungsrat. „Da waren Nacht für Nacht Hun- 
derte von Beamten unterwegs, wir haben Konferenzen 
um Konferenzen abgehalten — alles ohne Erfolg.“ 
Der Präsident nickte mit dem Kopf und sagte: 
„Ja! Wir müssen uns schämen.“ 
Burg wehrte ab. „Ein Zufall, Herr Präsident! Glau- 
ben Sie’s mir! nichts weiter!“ 
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