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Zweiter Teil Vierundzwanzigstes Kapitel

Full text: Villa im Tiergarten / Landsberger, Artur (Public Domain)

kommen mußte, — Die Presseleute versicherten, Aehn- 
liches nie erlebt zu haben. . 
Und in der Tat: Willy sah furchtbar aus. Linke hatte 
ihn hergerichtet, als wenn ein Seebär Modell gestanden 
hätte. Willy schien über den Eindruck, den er machte, 
durchaus nicht überrascht zu sein. Hatte Frida, die ihn 
kurz zuvor in seiner Garderobe aufsuchte, bei seinem 
Anblick doch geschworen, ihn nie so geliebt zu haben; 
und bei aller Beschränktheit wußte er doch, worauf 
das in erster Linie zurückzuführen war. Genau wie er 
Gretes Telegramm verstand, die, statt ihn zu beglück- 
wünschen, wie andere es taten, nur drahtete: 
„Sei kein Popanz! feixe!“ 
Und Willy feixte, „daß sich die Balken bogen und 
die Weiber von den Stühlen knallten“ — wie er sich 
in seinem Bericht an Grete am nächsten Tage aus- 
drückte, 
Und sonderbar! Während er Schrecken erregend 
dort oben stand, überkam Häslein wieder das Gefühl, 
als müsse sie ihn an die Kette legen, prügeln und tan- 
zen lassen. Sie mußte lachen und sagte sich: „Ich 
glaube wirklich, ich habe ihn überwunden.“ 
Als Timm, der sein Publikum kannte, die Stimmung 
auf der Höhe sah, ließ er Willy abtreten und ver- 
kündete: 
„Und nun, meine Damen und Herren, wird sich Mr. 
Williams das Vergnügen machen, Ihnen seine Kunst 
zu zeigen. Unter uns weilen ein paar Boxkämpfer von 
Klasse, gegen die Mr. Williams kämpfen wird.“ 
Man klatschte, ohne recht zu wissen, weshalb. Eine 
Dame schrie: 
„Mr, Williams!“ 
Fast alle nahmen den Ruf auf und klatschten laut, 
aber an Stelle von Willy erschien abermals Timm und 
erklärte: 
„Meine Damen und Herren! Mr. Williams ist kein 
Schaustück! Es geht nicht an, ihn wie eine Primabal- 
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