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Zweiter Teil Zweiundzwanzigstes Kapitel

Full text: Villa im Tiergarten / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Ich stelle mit Vergnügen fest, daß ich trotz meiner 
grundverschiedenen politischen Auffassungen in diesem 
Punkte mit dem Herrn Vorredner einig gehe.“ 
Nur Frau Inge widersprach, was dem Direktor sicht- 
lich ungelegen kam. 
„Was hat die Sache mit der Person zu tun?“ fragte 
sie. „Wenn dieser Glücks- und Segenspender unbe- 
kannt und unbenannt bleiben will, was meinem Ge- 
fühl nach nur für ihn spricht, so sollte man ihn nicht 
drängen.“ 
„Ich bin damit einverstanden,“ erwiderte der Ban- 
kier, „sofern man mir Gelegenheit gibt, unter vier 
Augen mit ihm zu verhandeln.“ 
„Ich verlange das gleiche Recht!“ sagte Rolf, wäh- 
rend der zweite Minister erklärte: 
„Ich stehe auf dem Standpunkt meines sehr ver- 
ehrten Herrn Kollegen und mache wie er meinen Ein- 
tritt in den Aufsichtsrat davon abhängig, daß der große 
Unbekannte sich uns vorstellt.“ 
Die Baronin Pfalzbaben schloß sich an und sagte: 
„Ich brenne wirklich vor Neugier, ihn zu sehen.“ 
„Mir scheint, Sie sind überstimmt, Baronin,‘“ wandte 
sich Rolf an Frau Inge und rief dem Direktor zu: „Al- 
so, wo steckt der Wundermann?“ 
„Ich werde versuchen,“ erwiderte der, „ihn von der 
Notwendigkeit seines Erscheinens zu überzeugen.“ — 
Er stand auf und ging hinaus, während die Anderen 
neugierig dasaßen und zur Tür sahen. 
Frau Inge wandte sich an einen der sechs Edelkom- 
parsen und fragte: 
„Kennen Sie ihn?“ 
„Amtsgeheimnis,‘“ erwiderte der, 
„Sie können doch sagen, ob Sie ihn kennen.“ 
Der Komparse schüttelte den Kopf und hatte das 
deutliche Gefühl von einer Großaufnahme. 
Der Direktor erschien wieder und verkündete: 
„Unser Herr beugt sich, wenn auch ungern, dem 
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