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Zweiter Teil Siebzehntes Kapitel

Full text: Villa im Tiergarten / Landsberger, Artur (Public Domain)

Willy und Frida — besser: sie bildeten eine Gruppe. 
Denn Frida hing, ohne den Boden zu berühren, an Wil- 
lys Hals und küßte ihn so leidenschaftlich, daß die 
beiden Mädchen oben es hörten, ihre Angst verloren, 
sich anstießen und laut kicherten, 
„Frida!“ rief Frau Inge, ohne die geringste Wirkung 
zu erzielen, beschleunigte ihren Schritt und sagte, als 
sie dicht neben ihnen stand, laut und schneidend: 
„Grete ist oben!“ 
Im selben Augenblick ließ Willy sie los, sah Frau 
Inge groß an und fragte: 
„Wieso? — Weiß sie denn .. .?“ 
„Ich habe sie kommen lassen.“ 
„Warum .. .“ — fragte Frida „haben Sie das ge- 
tan?“ 
„Frida! Sie müssen sich ändern,“ sagte Frau Inge. 
„Ich tue ja nichts!“ erwiderte die, und dicke Tränen 
standen in ihren Augen, „Ich will’s versuchen.“ 
Dann lief sie vor den Beiden die” Treppen hinauf, 
Oben empfingen sie die beiden Mädchen mit lautem 
Lachen. 
„Wer ist das?“ fragten sie neugierig. 
„Laßt mich!“ erwiderte sie und wehrte sie ab. Aber 
sie hingen sich an sie und sagten: 
„Wir wollen es wissen.“ 
„Laßt mich los!“ 
„Nicht eher, als bis du es uns gesagt hast.“ 
„Ein Herr aus Hamburg,“ erwiderte sie, um sie los 
zu sein und lief davon. 
Die Beiden standen und sahen ihr nach und dach- 
ten: „Sonderbar! Was in diesem Hause alles vorgeht.“ 
Inzwischen fragte Frau Inge, die mit Willy die 
Treppe hinaufstieg: 
„Haben Sie das Mädchen denn lieb?“ 
„Die Grete? — aber ja!“ 
„Ich meine Frida.“ 
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