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Zweiter Teil Zwölftes Kapitel

Full text: Villa im Tiergarten / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Wenn schon! — Bestell’n Se Ihrer Frau ’n schönen 
Gruß — und mein Mann pfeift auf ihr.“ 
„Ich habe ja gar keine Frau.“ 
„Was woll’n Sie’n dann hier?“ — Sie ging zur Tür, 
öffnete und rief ihren Mann, der jünger aussah als sie 
und beim Anblick Burgs leicht zusammenfuhr. 
„Kennst de den?“ fragte sie. 
„Nee! — was soll’n sein?“ - 
„Das könnten wir doch am Ende in Ruhe bespre- 
Chen,“ meinte Burg. 
„Erst zeigen Sie gefälligst Ihre Marke,“ forderte 
der, „da könnte ja sonst jeder kommen.“ 
Und ehe Burg noch begriff, daß man ihn für einen 
Kriminalbeamten hielt, war der,Mann auch schon mit 
einem: mächtigen Satz an ihm vorbei und auf der 
Treppe. 
Die Frau fuhr zusammen, rief: 
„Mensch!“ __ und da der nicht hörte, so wandte sie 
sich an Burg und fragte ängstlich: „Sie suchen den 
langen Franz, nicht wahr?“ 
„Ja doch!“ erwiderte Burg, „was türmt er denn?“ 
„Er wird ihn warnen! Aber über meine Schwelle 
da kommt der lange Franz nicht mehr! Genug, daß ich 
meinen Mann ernähre. Der soll sehen, wo er bleibt!“ 
— Sie lief zum Fenster, das auf den Hof ging, riß.es 
auf und rief: „Mensch! Er meint dir nicht! Komm 
rauf! Sei nich so dämlich! Und laß den Franz laufen.“ 
„Auf deinen Kopf!“ erscholl von unten die Antwort, 
und der Mann kletterte die Treppe wieder hinauf. — 
Als er oben war, sagte Burg: 
„Ich tue Ihnen ja nichts. — Aber Ihre Kollegen hal- 
ten nicht dicht. Was die Tiergartenvilla betrifft — Sie 
verstehen! — man weiß, daß Sie und Ihr Bruder...“ 
„Dussel!“ schrie die Frau. „Also bist du doch . . .?“ 
Er war um eine Antwort verlegen, 
„Der Franz,“ sagte er nur. 
„Den würg” ich ab, den Hund!“ rief sie. 
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