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Erster Teil Sechstes Kapitel

Full text: Villa im Tiergarten / Landsberger, Artur (Public Domain)

„Ich muß gestehen, ich habe ihn für einen der Ein- 
brecher gehalten.“ 
Mehr war aus der Frau auch nach der zweiten 
Flasche Wein nicht herauszubekommen, Nur fiel Frau 
Inge auf, daß sie immer von der Geliebten des Boxer- 
Willy, der Prostituierten Grete Gerson, sprach: 
„Schen Sie sich das Mädchen mal an! Sicher sitzt sie 
jetzt auf dem Alexanderplatz und wird vernommen.“ 
Frau Inge setzte sich telephonisch mit Fräulein Fleck 
in Verbindung, um durch ihre Abwesenheit notwendig 
gewordene Anordnungen zu geben. Dann bat sie Peter 
Lenz an den Apparat, dem sie von ihren Erlebnissen, 
vor allem von der Wiederbeschaffung eines Teils der 
Sachen berichtete. Peter gab den Bericht an seine ge- 
rade bei Tisch sitzenden Freunde weiter, die darauf ein- 
stimmig erwidern ließen: 
Die Wiederbeschaffung der Sachen könne den durch 
ihre Abwesenheit bei Tisch entstandenen ideellen Ver- 
lust nicht ausgleichen. Sie werde daher aufgefordert, 
so schnell wie möglich zu ihren Schutzbefohlenen zu- 
rückzukehren. — Sie lehnte es ab mit der Begründung, 
daß sie unbedingt der Vernehmung der Prostituierten 
Grete Gerson beiwohnen müsse. 
„Wer ist denn das?“ fragte Peter entsetzt, und sie 
erwiderte erheitert: 
„Das wissen Sie nicht? Die Geliebte des Boxer- 
Willy?“ 
„Was?“ rief Peter entsetzt. „Ist das Ihr neuer Um- 
gang, Baronin?“, worauf sie erwiderte: 
„Noch nicht! aber er kann es werden.“ 
„Mahlzeit!“ sagte Peter und wischte sich mit der 
Serviette, die er noch in der Hand hielt, den Mund ab. 
Und an den Tisch zurückgekehrt, erzählte er seinen 
Freunden: 
„Die Baronin zieht die Gesellschaft einer 
eines Preisboxers unserer Gesellschaft vor.“ 
Dirne und 
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