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Fünftes Kapitel

Full text: Leute machen Kleider / Hochstetter, Gustav (Public Domain)

du das wieder gemacht, mit dem Viesenscheck, der mir aus 
der Patsche hilft. Steck' dir eine Zigarette an, Raub- 
tier. Hier hast du Feuer. Setz dich in den Klubsessel, in 
den dort setz' ich mich ... so ... wie soll ich dir dan-— 
ken, Kleines? Eigentlich kann man das gar nicht. Aber 
eine kleine Freude will ich dir doch machen. Zwei Mäntel 
lscriegst du geschenkt. Die beiden teuersten und schönsten, 
die am Lager sind. Ja?“ 
„Gemacht!“ nickte Dummchen, stand auf, ging an den 
Schreibtisch, schaltete den Fernsprecher ein und telepho— 
nierte in den Expeditionsraum: 
„Hier Privatkontor. Herr Feuerbach, schicken Sie 
bitte sofort hierher, unverpackt, einen Mantel 4028 reh- 
braun und einen 4933 hellmode. Danke.“ Sie hängte 
den Hörer wieder an. 
„So ist nun alles bei dirl“ lobte Napoleon. „Den 
Feuerbach wickelst du auch um den Finger. Genau wie 
mich, wie den Amerikaner und jeden. Eigentlich sind 
wir deinethalben alle eifersüchtig aufeinander, aber wir 
vertragen uns doch, gegenseitig und mit dir. Schade, daß 
man über sechzig ist. Vierzig älter als du. Sonst —. 
Wenn ich halb so alt wäre, da sollte mal einer kommen 
und dich mir abspenstig machen wollen.“ 
„Warum hast du nie geheiratet, Onkel Derndorf?“ 
Dummchen ging, in Erwartung der schönen Mäntel, auf 
und ab wie die Löwin im Käfig vor der Fütterung. In 
alle Ecken des Zimmers paffte Liselotte Zigaretten- 
wölkchen. 
„Wenn ich als Dreißiger dir — natürlich dir von 
heute — in die Pranken geraten wäre ... diese Pran-
	        
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