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Viertes Kapitel

Full text: Leute machen Kleider / Hochstetter, Gustav (Public Domain)

Viertes Kapitel 
Kaum hatte der Privatfriseur Adolar Schnalzer, der 
sich für so elegant hielt und dabei so schäbig wirkte, — 
noch immer eifrig an Liselottens Stullen kauend — die 
Kantinentüre von außen zugedrückt, da ging auch der all- 
gemeine Frühstücksbetrieb schon los. 
Als erster Frühstücksgast erschien — wie immer, 
wenn er ,im Lande war‘ — Marcellus Steckenpfuhl, der 
gefräßige Auslandsreisende des napoleonischen Hauses 
8. Derndorf Söhne. 
„Ich grüße die Blondheitl!“ rief Marcellus schon von 
weitem dem lächelnden Dummchen zu, das hinterm Büffet 
stand. Hinter dem Büffet war, wie das in Vestaurants 
üblich ist, der Fußboden erhöht, damit der dort Amtie— 
rende leicht zufassen und den Saal gut überblicken konnte. 
Dummchen stand also auf einer Art von Podium und sah 
dadurch noch schlanker aus als sonst, noch größer, noch 
hübscher, noch strahlender. 
Seinem laut gerufenen Gruß an die Blondheit ließ 
der schwammige, drollige Steckenpfuhl eine gumnastische 
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