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Zehntes Kapitel

Full text: Leute machen Kleider / Hochstetter, Gustav (Public Domain)

kosten, es wäre nur schade, wenn sie unbenützt verkäme 
und der Platz leerstünde.“ 
Bis Dummchen Atem geschöpft hat, um den merk— 
würdigen Spender nach Nam' und Art zu fragen, ist der 
gut gekleidete, mittelgroße Weihnachtsmann schon außer 
Sicht. 
VRachrennen konnte man ihm nicht gut. 
Liselotte wartet weiter. 
An der Kasse hängt das Schild „Ausverkauft“. Ein 
Berliner Kind wie Dummchen weiß, daß bei Premieren 
„Ausverkauft“‘ eigentlich bedeutet: „Ausverschenkt“. 
Wenn wirklich ausverkauft wäre, müßte das Volk 
anders strömen. Offenbar haben viele der mit Freikarten 
beglückten Redakteure, Schriftsteller, Sänger und Schau— 
spieler an diesem warmen Krisentag ihre Karten unbe— 
nützt liegen lassen. 
Weiter wartet sie. 
Am Ende gar lähßt Herr Rundfunksekretär Stilke 
seine Freikarten nun, nach Dummchens Absage, gleich- 
falls unbenützt? 
Waäre möglich. Er ist nicht zu sehen ... Kann sie 
nach Hause gehen und sich schlafen legen? Wäre auch 
nicht übel. Aber ist sie ihm nicht den, Beweis‘ schuldig? 
Den Beweis, daß sie heute abend keine Verabredung hat? 
Sie fragt sich zur Fernsprechkabine durch, telepho⸗ 
niert zur Funkstunde, erhält den Bescheid, Herr Stilke 
sei nicht da, aber man könne ihr die Nummer seiner 
Wohnung sagen. 
Lijelotte opfert am Automaten noch einen Groschen, 
ruft die Wohnung an. Erhält die Antwort:
	        
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