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Zehntes Kapitel

Full text: Leute machen Kleider / Hochstetter, Gustav (Public Domain)

Lohmann legte die dicke Zigarre fort, griff sich an 
die Stirn: 
„Mhm. Jetzt dämmert's. Das war für die Kan— 
tine. Damals spielte die Kantine Platten, wie sie heute 
Rundfunk spielt. Die Platten lagen in den Wand- 
schränken der Chefkantine und sammelten sich da zu einer 
so unübersichtlichen Masse an, daß ich sie schließlich in 
einem sauberen Verzeichnis katalogisieren ließ. Aber 
die sind nicht alle von mir ...“ 
„Doch!“ beharrte Rinitz. „Wenigstens die 
meisten. Von anderen Spendern stammen meistens 
die wenigsten.“ Und er freute sich über das im— 
provisierte Wortspiel. 
„Wenn der Katalog auf Blätter mit der Firma 
Lohmann getippt ist,“ sagte Liselotte, „dann gehört die 
Sammlung auch der Firma, die den Katalog getippt hat.“ 
„Damit hat Fräulein Dummchen richtig „getippt“,“ 
ergänzte der kleine Agent, dem in dieser Stunde sehr 
nach Wortspielereien zumute war. „Jedenfalls haben 
Ihre Patin Liselotte und meine Winzigkeit uns gestattet, 
die Sammlung im Namen der Firma Lohmann an den 
Rundfunk zu verkaufen. Und zwar für die von Fräulein 
Dummchen, die aber gar kein Dummchen ist, soeben ge— 
nannten vierzigtausend Mark.“ 
„Kinder, mit so ernsten Dingen treibt man keinen 
Ulk —“ protestierte der dicke Herr. Er verstummte, als 
von Dummchens noch behandschuhten Fingern die schrift- 
liche Kaufofferte des Professors auf den Schreibtisch ge— 
legt wurde. 
„Ich meinerseits,“ spottete Vinitz seiner selbst, „bin 
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