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Achtes Kapitel

Full text: Leute machen Kleider / Hochstetter, Gustav (Public Domain)

lungsbesitzer und Dummchens wirklicher Onkel sei. Aber 
dem graublonden Siegenbärtchen entfloh kein Wort, das 
solche Urheberschaft in Anspruch nahm. 
„Vecht haben Sie, Dummchen,“ lobte der Agent, 
„wir bleiben dabei. Die Platten gehören Lohmanns. 
Und der Chef ist Ihr Onkel ... Wir sind am Fahrziel. 
Aussteigen. Auf in den Kampf, blondes Vaubtier. Es 
gilt einen Musikprofessor kleinzukriegen. Das wird das 
Vaubtier schon bestens erledigen. Ich habe die Absicht, 
im Anmeldezimmer zu bleiben und nur bei eintretendem 
Bedarf in die Handlung zu greifen. Ich werde mir den 
Stilke auch in das Anmeldezimmer herausbitten. Wenn 
das Vaubtier mit einem männlichen Professor unter vier 
Augen verhandelt, stellt sich der Erfolg umso sicherer ein.“ 
Einen kurzen Weg hatten sie zu Fuße zurückzulegen, 
da lag schon, wie eine weitläufige Regimentskaserne, die 
bunten Klinkersteine in der Julisonne strahlend, das lang- 
—— 
Im Treppenhause, das hoch ist bis zum Dach und 
weitläufig wie ein Marktplatz, wurden sie von uniformier- 
ten Angestellten gefragt, wen sie zu sprechen wünschten. 
„Die Herren von der Schallplattenabteilung“, Jagte 
Rinitz. 
„Sind die Herrschaften herbestellt?“ 
Das Wort ,‚herbestellt˖ mißfiel Liselotten. Fräulein 
A 
keind besann eine kleine Zurechtweisung gegen den Unifor- 
mierten. Vinitz merkte das, murmelte ihr zu: „Geschäft ist 
Geschäft“ und antwortete dem Angestellten gleichmütig: 
„Jawohl, wir sind ‚herbestellt“. 
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