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Full text: Heimliches Berlin / Hessel, Franz (Public Domain)

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dichter des Kabaretts, der unter seiner Stirnlocke zu⸗ 
sammenbrechend in einer schüchternen Ecke Platz nahm 
und behauptete, er müsse nach Paris, hier falle ihm 
nichts mehr ein. 
„Ach, was tuns denn in Paris?“ meinte der Con— 
ferencier. „Absunth gibts eh keinen mehr und im Cafeé— 
Concert sitzen lauter Amerikaner, die die politischen 
Zpäße nicht verstehen und sich lieber eine nackichte 
Revue vortanzen lassen. Das Politische konnen Sie auch 
gar nicht in Ihr geliebtes Deutsch uͤbertragen.“ 
„Aber das andere —“ 
„Das andere! Da muß ich erst zwischendurch dem 
Hublikum Nachhilfestunden in der Liebe geben, damit 
es Ihre werten Nuancen versteht.“ 
„Das wäre überhaupt eine schöne Aufgabe für dich, 
teurer Meister“, sagte die Freo. „Kannst du da nicht 
dei uns anfangen?“ 
„Ss ist nicht hübsch von dir, einen ehrlichen Bur⸗ 
schen zu verspotten, der eine alte Mutter und zwei 
ledige Schwestern aus Ottakring durch seine geistige 
Arbeit vor Armut beziehungsweise Schande bewahrt.“ 
„Ss hilft nichts, wir müssen uns alle proftituieren!,
	        
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