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Full text: Heimliches Berlin / Hessel, Franz (Public Domain)

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lemens Kestner, außerordentlicher Professor der Phi- 
—E an der Anlversitãt Berlin, kam gegen Mit⸗ 
tag aus dem Kolleg heim. Dor dem grauen Sckhaus 
am Kanalufer nahe dem Lützowplatz hockte das Portier- 
toͤchterchen und zeichnete mit Kreide drei VRechtecke 
auf das Pflaster. Kestner blieb stehen und sah dem 
Kinde zu, das in das erste Feld Himmel', in das 
zweite Hoͤlle' malte. Bei dem dritten zögerte es. 
„Was kommt denn da hinein,“ fragte Kestner, 
„Welt vielleicht ?“ 
„Nein, ‚Tempelhof! oder Lichterfelde! —“ 
Nber diese Antwort war der Professor so entzückt, 
daß er in seine Aktentasche griff und der Kleinen die 
Tüte Bonbons schenkte, die für sein eigenes Kind be—⸗ 
ftimmt war. Dann nahm er vor der Mutter, die aus 
ihrer Loge sah und deren demütig blasses Sesicht ihm 
immer eine Art Ehrfurcht einflößte, seinen breitrandigen
	        
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