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I.

Full text: Heimliches Berlin / Hessel, Franz (Public Domain)

B17 8 
„Du bist die Mitte, du bist der Sinn des Sanzen, 
bift wie ein Traum der drei andern.“ 
„Ach, wenn ich tot wäre, könnten sie besser von 
mir träumen. Sin Luxus bin ich und möchte doch einem 
Menschen sein wie das tägliche Brot.“ 
Wendelin fühlte sein Herz gegen die Hülle ihrer 
Füße schlagen. Srerichtete sich ein wenig auf und sank 
dann mit dem Kopf in ihren LSchoß. Während er so 
lag, fiel ihm ein Wort seines Freundes Clemens ein: 
Je mehr wir rühmlich verarmen, um so mehr fühlen 
wir, daß der Luxus viel notwendiger ist als das täg— 
liche Brot.“ Das hätte er eigentlich einwenden können, 
aber er lag so herrlich, fühlte ihre Hand auf seinem 
Haar und hörte ihre weiche Stimme, die auch in der 
Klage schmeichlerisch Aang. 
„Clemens pflegt mich wie eine Pflanze, bald ängst⸗ 
lich im Treibhaus, bald, geduldig auf die Jahreszeit 
vertrauend, im Sarten. Ich müßte aber gehalten wer— 
den wie ein treues Tier, streng und liebevoll und immer 
in Bewegung. Ich muß fort, noch einmal fort in das, 
was wir die weite Welt nennen und die Freiheit und 
die Sefahr, ehe ich mich endgültig drein ergebe, denen
	        
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