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XI

Full text: Heimliches Berlin / Hessel, Franz (Public Domain)

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ihn so ansah, als wäre er eingeweiht. Karolas Profil 
war ihm durch Sißners massige Sestalt verdeckt. 
„Ich habe da voch 3zwei harmlose Wiegenlieder aus 
Mutters Zeiten“, sagte die Freo auf der Bühne. 
„Nur zu! Mutters Zeiten waren recht schlimm, so 
mit Chahut und, , Dater siehts ja nicht“!. Die Patronin 
lüpfte seitlich mit heftigem Ruck ihre Leidenmassen. 
„Schlaf holder Sngel, sanst und mild, 
Du deines Daters Sbenbild. 
Das bist du, zwar dein VBater spricht, 
Du habest sei —eine Na—ase nicht.“ 
Schon die erfste Strophe begeisterte die Kunstrichter. 
Das zweite noch ältere Lied schien ganz aus An—⸗ 
schuld und Sternenschein gewoben. Die meisten kannten 
es nicht. Nur Eißner summte mit und erklärte: „Das 
hat meine selige Mutter gesungen.“ 
Als dann aber gegen Snde die koketten Zeilen kamen: 
„Aus der Zofe Semach 
Tönt noch ein schmerzliches Ach. 
Was für ein Ach mag das sein? 
Zchlafe, mein Prinzchen, schlaf ein“
	        
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