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2. Kapitel

Full text: Die alte Firma / Edel, Edmund (Public Domain)

Die Worte, die sein Gegenüber sprach, glaubte er 
wie aus weiter Ferne zu hören. Es war ihm, als wenn 
er ganz allein in diesem Raum sei, in dem die schwarze 
Holztäfelung sich bis in unmeßbare Höhen zu schieben 
schien, um sich in der Unendlichkeit zur Kuppel zu 
wölben. 
Wenn sein Schwiegervater, sich unterbrechend, eine 
Frage an ihn richtete, antwortete er mit verglasten, 
abwesenden Augen, mit einer Stimme, die ihm nicht 
als seine eigene vorkam. 
Sebastian Oworak dachte, daß er am Ziel seiner 
Jugendwünsche war. 
Aber kaum haͤtte er diesen Gedanken verankert, ihn 
als unumstößliche Tatsache in die Masse seines Gehirns 
verrammt, da wußte er, daß er erst am Anfang seiner 
Wüunsche war. Daß das Ziel noch weiter steckte und ... 
daß das Ziel sich ihm immer wieder entrücken würde. 
Sebastian Oworak wollte, daß er das Letzte, Aller— 
letzte erreiche. 
Er fühlte in sich die Aufgabe, bis zum Ausmaß 
aller Möglichkeiten zu gelangen. 
Vor zwölf Jahren kam er nach Berlin. 
Er war ein mäßiger Schüler gewesen, und sein Vater, 
der Schneidermeister und Manufakturwarenhändler 
Wenzel Dworak, mußte darauf verzichten, in seinem 
Sohn einen zukünftigen Professor oder Rechtsanwalt 
zu sehen. Sebastians Interessen waren weniger ideell. 
Er wollte im Rahmen des Familienhandwerkes bleiben 
und konnte den Klassikern des Gymnasiums wenig 
Geschmack abgewinnen. 
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