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15. Kapitel

Full text: Die alte Firma / Edel, Edmund (Public Domain)

„Haben Sie die Abendzeitung gelesen? SindSie unter⸗ 
richtet 2“ fragt Sebastian Oworak hastig den Professor. 
„Ja — — ich habe diesen sogenannten Grafen nie 
für stubenrein gehalten!“ 
„Was soll das heißen?“ 
„Er und Scherck sind Betrüger. Sebold ist ebenso— 
wenig Graf wie Scherck Baron gewesen ...“ 
Sebastian Oworak erstarrt. 
„Er war vor dem Krieg in Buenos Aires Pferde⸗ 
dieb oder so etwas ähnliches ... Ich habe leider zu 
spät davon erfahren ... Ein verkrachter Leutnant, den 
man abgeschoben ... Der wirklich Sebold heißt, aber 
nur von einfachem Adel ist ... Den Grafentitel hat 
er sich von irgendeinem seiner Vorfahren abgeleitet ... 
Damit täuschte er die Kreise, die er für seine Machen- 
schaften benötigte ... Während des Feldzugs war er 
Adjutant des Fürsten Holsten-Bettenkamp.“ 
„Das ist ja sehr interessant — —“ sagte Sebastian 
Dworak, „... aber wie konnten wir nur so vertrauens- 
selig sein?“ 
„Der arme Kerl tut mir leid, trotz allem,“ lächelte 
der Professor, „er ist ein betrogener Betrüger ... Die 
Börse hat ihn verschluckt ... Leider aber auch die De— 
pots und die Deviseneinlagen seiner Kunden — — ich 
glaube nicht, daß er soviel bares Geld mitgenommen 
hat, um ins Ausland fliehen zu können ...“ 
„Und unsere Plantagen? Das Kisfono?“ 
Der Professor schwieg. 
„Die Baumwolle verdrängt Ihre Erfindung, Pro— 
fessor,“ sagte Sebastian Oworak. 
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