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13. Kapitel

Full text: Die alte Firma / Edel, Edmund (Public Domain)

An der Klubkasse blieb Sebastian Oworak einen 
großen Betrag schuldig. Er schrieb einen Scheck aus, 
den man am anderen Morgen in der N. L. B. vor⸗ 
legen sollte. 
Als Sebastian durch die naßkalte Nacht fuhr, 
fröstelte er in seinem weichen Pelz. Er hatte dem 
Chauffeur befohlen, geradeswegs in die Heerstraße 
zu fahren. 
Ein Alp lag auf Sebastians Brust. 
Die Leidenschaft des Spieles hatte ihn entnervt. 
Er war kein Spieler. Ihn lockte kein Gewinn. Verlust 
ließ ihn gleichgültig. Aber das Spiel reizte ihn wie das 
Leben selbst: wenn er die Karten zwang, das Glück 
knechtete. 
Die Kraft seiner Persönlichkeit den Gegenspielern 
suggerieren, den Willen zum Sieg haben: das war es, 
was ihn am Spieltisch ebenso stimulierte, wie draußen 
im Kampf des Daseins. 
Er hielt die Bank mit selbstsicherer Miene, teilte 
die Karten schnell und mit leichter Hand, aber seine 
Blicke krallten sich in die Spieler mit eisernen Wider⸗ 
haken ein. Es war gefährlich, gegen ihn zu spielen, denn 
die Äberlegenheit, die ihm sein unbegrenzter Kredit 
gab, machte ihn unverwundbar, wie einen Orachen⸗ 
töter der Fabelzeit. 
Man fürchtete ihn im Klub. 
Schnell hatte er die Grundzüge der einzelnen 
Spiele gelernt. Schnell die Gewohnheiten der Spieler 
angenommen. Ly war seine Meisterin gewesen und 
Baron Scherck hatte das Lehrgeld eingeheimst, 
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