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12. Kapitel

Full text: Die alte Firma / Edel, Edmund (Public Domain)

Ubermütiges. So war auch ihr Benehmen: lustig, 
offen, frisch. 
Der Professor fand, daß das eine andere Anita 
sei, die hier auf der Wiese herumsprang, als jenes Mode⸗ 
püppchen, das von der Konvention der Berliner Ge— 
sellschaft wie eine Marionette am ODraht gezogen wird. 
Mitten in seiner Arbeit brachte ihm Anita die Froh⸗ 
heit der Jugend. 
So lebten sie sorglos in den Tag hinein. 
Eines Mittags, als man unter der Linde saß und den 
Mokka einnahm, erzitterte die Luft. 
„Donnert es?“ fragte Anita. 
„Unmöglich“, lachte Felicitas, „der 
— keine Wolke zu sehen — —“ 
Professor Kitz war aufgesprungen. 
Sein Gesicht verfärbte sich. 
Aber nur eine kurze Minute lang. 
Keine von den beiden Damen haͤtte seine Erregung 
bemerkt. 
Mit kurzen befehlenden Worten sagte er zu Anita: 
„Sie müssen sofort abreisen — sofort! — — Ich 
werde den Chauffeur benachrichtigen ...“ 
„Nein“, fuhr er hastig fort, als er sah, daß Anita 
eine Einwendung machen wollte. „Sofort! ... Ich 
bitte darum! Ihr Gepäck schicke ich Ihnen nach Ham— 
burg ins Atlantik ... Ich telephoniere morgen.“ 
Er war im Begriff davonzustürzen, als er seine 
Schritte einhielt und zurückkam. 
„Zu spät“, murmelte er achselzuckend und setzte sich 
auf den Gartenstuhl, den er eben erst verlassen. 
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