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10. Kapitel

Full text: Die alte Firma / Edel, Edmund (Public Domain)

Kurspreise zu zahlen, aber sie weigerten sich nicht. 
Es war gleichgültig, wieviel ein Stück kostete. Das 
Publikum zahlte, ohne zu fragen. Man verdiente, was 
man wollte. Man hatte Geld. Alles hatte Geld: 
Millionen, Milliarden. Der Staat überschüttete die 
Beamten mit Geld, die nicht wußten, was sie mit 
diesem ihnen überraschend gekommenen Segen an— 
fangen sollten. 
Man watete im Geld. Auf der Börse, wohin die 
Papiermarkmassen abwanderten, verhundert⸗, ver⸗ 
tausendfachten sich täglich Bermögen ... 
Kein Mensch achtete die Banknoten, die er sich des 
Morgens in die Brieftasche steckte: man warf sie auf 
die Straße, man verschleuderte sie und kaufte alle 
irdischen Seligkeiten ein. 
Sebastian Dworak hatte den Horizont verloren. Der 
Erfolg seiner Unternehmung, die Schnelligkeit, mit 
der er die alte Firma aus dem drohenden Ruin an die 
erste Stelle der Branche gebracht, trübten seine Nüch— 
ternheit. 
Auch Sebastian Oworak wurde von der Riesenwoge 
getragen, die wie im trügerischen Meeresleuchten gül- 
denen Schaum über die armen Menschen spritzte, die 
nicht daran dachten, daß dieser güldene Schaum in 
eitel Ounst zerplatzt. 
Sebastian Oworaks Gewinne waren gigantisch. Er 
wußte selbst nicht, wie hoch sich seine Konten beliefen, 
er hatte sich ganz der Nationalen Landesbank anver⸗ 
traut, an die er die täglichen Bareinnahmen, die ein⸗ 
gehenden ODevisen überweisen ließ, die für ihn Effekten 
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