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9. Kapitel

Full text: Die alte Firma / Edel, Edmund (Public Domain)

seiner Geste. Er war nicht aufdringlich, dafür selbst- 
verständlich in seinen Forderungen. Die er eigentlich 
niemals stellte, die nur im Unterbewußtsein wie ein 
Fluidum auf sie überströmten. 
Noch hatte Anita sich gegen ihn wehren können. 
Der Professor, der ihre Tees besuchte, ein oder zweimal 
auf einen Sprung zu ihr gekommen war, wenn sie 
allein zu Hause, bediente sich einer Taktik, die der ihrer 
anderen Verehrer entgegengesetzt war. Er erschien 
kühl, abwartend. Aber er verführte sie von Tag zu 
Tag mehr. Er oktroyierte ihr sozusagen seine Person, 
seine Seele, seinen Willen. Erzählte ihr von den 
Wundern der Welt, weckte ungestillte Sehnsüchte in 
ihr, die, wie sie erst jetzt erklannte, in ihr schlummerten. 
Zauberte Märchen und Abenteuer aus dem Dunkel 
des Urwaldes und aus heißen Zonen vor ihrer erhitzten 
Phantasie und fesselte sie mit unsichtbaren Ketten 
durch die schwülen Träume, die seine Gegenwart 
erzeugte. 
Ihre Gedanken waren von ihm gefangen.... 
„Wir könnten Professor Kitz bitten“, sagte sie zu 
ihrem Mann, da er sie bat, die Vorbereitungen für 
das Frühstück zu unternehmen. 
„Sehr gut! Ich schulde ihm sowieso noch eine 
Unterredung ... die letzten Wochen bin ich zu nichts 
gekommen. Ich werde den Baron anrufen, er soll ihn 
in unserem Namen einladen.“ 
„Das will ich selbst tun.“ 
Anita schnellte die Worte. 
Sebastian schaute sie an, einen Augenblick verblüfft. 
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