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1. Kapitel

Full text: Die alte Firma / Edel, Edmund (Public Domain)

„Und nun sind wir nicht Fisch noch Fleisch. Man 
braucht uns nicht. Haben wir Ware, können wir sie 
nicht hereinbekommen — haben wir keine Ware, sind 
wir nicht tüchtig — — eine entsetzliche Zeit!“ 
„Was nützt das alles, lieber Meyerfeld! Wir, Sie 
und ich, sind zu alt. Wir sind so geblieben, wie wir 
es die vielen, vielen Jahre lang gewohnt waren — und 
das paßt nicht in den Hexenkessel, in dem die Menschen 
jetzt kochen und brodeln. — Sehen Sie, der Bräutigam, 
das ist der Typ von heute, skrupellos, genial, schlau 
und letzten Endes: immer feste druff!“ 
„Hören Sie mir mit Schlagworten auf — — Wenn 
wirs Deutsche mit diesen Reklamedingern nicht so 
stark belastet gewesen wären, würde vielleicht die Welt- 
geschichte einen anderen Oreh bekommen haben —“ 
„Keine Politik, bitte! Ich bin froh, daß ich aus dem 
Kuddelmuddel der letzten Jahre meine heilen Knochen 
gerettet habe.“ 
Herr Meyerfeld verbeugte sich vor dem Kommerzien⸗ 
rat Seltenow, der zu den beiden herangetreten war 
und sie mit herzlichem Händedruck begrüßte. Der 
schwerfällige, dicke Grumbke versuchte einen Kratzfuß 
und riskierte dabei das Gleichgewicht, da er in den 
Falten der auf dem Parkett liegenden Perserbrücke 
ausrutschte. Der Kommerzienrat lächelte jovial, die 
peinliche Situation übersehend. 
„Ich danke Ihnen, meine Herren, daß Sie zum 
Ehrentage meiner Tochter gekommen — —“ 
Er sprach über den allgemeinen Zusammenhang 
zwischen Verbrauchern und Herstellern, über das gute 
5.
	        
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