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[12. Kapitel]

Full text: Es geschieht in Berlin / Holitscher, Arthur (Public Domain)

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Junge murmelte etwas und sah zur Seite, Er rümpfte 
die Nase und versuchte die Nasenlöcher zu ver- 
stopfen, um das Parfüm nicht riechen zu müssen. 
Halblaut sagte er: 
„Du gehst wieder zu dem Lewithan heute?“ 
„Was geht dich das an.“ „Ich will nur wissen, ob du 
zu diesem Menschen gehst, weil er Geld hat, — wo so 
viele von uns hungern, hat er Geld. Er ist doch genau 
so aus Rußland heraus wie wir. Warum haben diese 
vielen kein Geld, und nur er hat es hier zu etwas ge- 
bracht.“ Die Mutter führte die Hände zum Kopf 
und glättete ihr nach allen Seiten auseinanderstre- 
bendes Haar. „Nun, weil er Geld hat, darum kann 
er Gesellschaften geben. Das geht dich nichts an 
übrigens. Wohin ich gehe. Was hast du an mich 
Fragen zu stellen, lerne du deine Aufgaben. Mit 
vierzehn Jahren habe ich mich nicht getraut, meine 
Eltern auszufragen, wohin sie am Abend gehen, 
und auch Nikolai hat sich das nicht getraut.“ 
Der Knabe stand auf und ging zum Fenster, „Du 
gehst mit Matwej hin?“ Die Mutter sagte: „Ja.“ 
Der Knabe ging aus dem Zimmer und die Mutter 
zurück in ihr Schlafzimmer, um ihre Toilette zu be- 
enden. 
Am Ende des Korridors wohnte Matwej Sago- 
rodski. Samuel klopfte leise an und trat ohne das 
Herein abzuwarten in das Zimmer. Es war ein dürf- 
tiges Zimmer, das nach einem öden grauen Lichthof 
blickte. Aus einem Zimmer im oberen Stockwerk 
hörte man ein Grammophon schnurren; es spielte
	        
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