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[29. Kapitel]

Full text: Es geschieht in Berlin / Holitscher, Arthur (Public Domain)

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des Endes‘, von der auch hier gesprochen wurde, 
jene berühmten Symptome, „daß es so nicht weiter- 
gehen wird‘, könne man doch zumindest ebensogut 
als Reaktion auf jahrelange Depression, als ein Zei- 
chen des sich sammelnden und wieder selbstbewußt 
werdenden Wohlstandes ansehen! Er selbst neige un- 
bedingt dieser Auffassung zu und lehne es für sein 
Teil ab, Freude an dem Dasein und das Auskosten 
der Gegenwart als Symptom irgendeiner bevor- 
stehenden Auflösung anzusehen! 
Er stand dann auch auf, klopfte an sein Glas und 
sprach in seinem ganz gut akzentuierten, wenn auch 
an fremdartigen Wendungen reichen Deutsch den 
Dank aus, den er als Ausländer, dann auch als Be- 
rufsgenosse seinen eminenten und weltberühmten 
deutschen Freunden schulde, Die letzten Worte, die 
er sprach, ehe man aufbrach, lauteten: „Der Natio- 
nalismus, meine Herren, hat uns einander entfrem- 
det, die Industrie, meine Herren, vereint uns. Die 
gemeinsamen Ziele, die die Wissenschaft der Welt 
beider Entwicklung, der stürmischen, ja unbeschreib- 
lichen Entwicklung unserer Menschheit beflügeln, 
vereinigen das Schicksal der ganzen Welt zu gemein- 
samem Marsch. Meine Herren, Sie kennen alle das 
Gleichnis der Bibel von den gadarenischen Schwei- 
nen. Der böse Dämon, der in diesen Schweinen 
herrschte, trieb sie in den Abgrund, und das Land 
war von den Dämonen befreit. Meine Herren, unser 
armer Berufsgenosse, für dessen Witwe und Waisen 
wir hier eben gesorgt haben, hat eine epoche-
	        
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