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[29. Kapitel]

Full text: Es geschieht in Berlin / Holitscher, Arthur (Public Domain)

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Reinickendorf?“ ‚„„Jawohl, wir haben sie gelesen.“ 
„Das Blatt ist doch wenig glaubwürdig.‘ „Wie 
konnte es sein. Es ist doch ganz ausgeschlossen! Das 
ist Verrat und Mißbrauch...“ „‚Nun, so unwahr- 
scheinlich klingt es nicht. Jedenfalls war die Notiz 
ausgezeichnet und mit Sachkenntnis redigiert.“ „Ach 
wo! Nach den ersten Zeilen war ja zu merken, daß 
ein völliger Ignorant, nicht nur in technischen Din- 
gen...“ „Auf alle Fälle, die Idee einer Möglichkeit 
liegt in der Luft.“ „Gibt es denn keine Kontrolle 
über dieses Zeitungsgewäsch ...“ „Ach, was kann es 
denn schaden, man soll die Gazetten nicht ver- 
ungenieren.‘ „Die Bevölkerung ist irritiert.‘ „Soll 
sie irritiert sein. Was die ‚Fahne‘ schreit, geht bei 
einem Ohr hinein, beim anderen hinaus.“ „Solange 
der Kapitalismus beschuldigt wird, für alles immer 
nur der Kapitalismus! Die Gedankenarmut dieser 
Leute...“ 
Der Geheimrat erzählte derweil: „Nun, durch 
einen Zufall bin ich dahintergekommen, von wem 
diese Alarmnachrichten ausgehen. Da sitzt in Birken- 
werder, in einer kleinen Klitsche, ein Mensch, man 
kann sagen, ein Genie; so wie ein anderer seine An- 
tenne auf dem Dach hat und die Töne, die in dem 
Äther herumschwirren, auffängt, so hat dieser 
Mensch in seinem Schädel ein Organ, schärfer als 
eine Antenne und ein Detektor, für das, was in der 
Luft liegt. Und er spricht es aus. Friedenfeld, Ihr 
Sohn kennt ihn ja wohl auch. Es ist dieser Abenteue- 
rer Cloose, der schon einmal von sich reden gemacht
	        
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