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[24. Kapitel]

Full text: Es geschieht in Berlin / Holitscher, Arthur (Public Domain)

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Adresse, T'elephonnummer, genaue Erklärung des Be- 
rufes des gegenwärtigen, beziehungsweise ehemaligen 
Gatten; zum Schluß eine Ziffer: Herrn von Hai- 
ducks Honorar. Während er dasaß und die Bittstelle- 
rinnen auf solche Weise in methodischer Ordnung an 
sich herankommen ließ, hatte Regina ihren Freund, 
den jungen Mann aus Guatemala, und seine Nach- 
barin, die geschiedene Gattin des Bankiers Pinkas, 
in eine Ecke gesetzt, wo sich der Zweck dieser mit 
Bedacht arrangierten Zusammenkunft bereits nach 
den ersten Worten des Gesprächs enthüllte. 
Regina hatte es fertiggebracht, Maximilian Opetz 
von dem kleinen Flapper, seiner Geliebten, die er 
monatelang Abend für Abend aus einem Revue- 
theater in der Friedrichstraße abholen mußte, wo sie 
die Beine schwang und sich nackt vor dem Provinz- 
publikum zu zeigen hatte, loszureißen und unter ihre 
Fittiche zu nehmen. Der junge Mann hatte die Vor- 
teile dieses Tausches bald wahrgenommen und sich 
gut und warm bei Regina eingenistet, deren kulina- 
rische Künste und gesellschaftlichen Talente ihren 
sensationellen Regungen zur Hilfe kamen. Während 
Maximilian mit der geschiedenen Frau des Bankiers 
Pinkas in der Ecke beisammensaß, betrachtete Regina 
mit scharfem Blick das Mienenspiel einer Dame in 
schwarzer Toilette, bleichem Gesicht, dessen Blässe 
durch kosmetische Mittel nachgebleicht erschien, 
und deren Mund blutrot aus der weißen Maske 
Stach. Die Blicke dieser Frau waren mit unnatür- 
licher Gier auf den jungen Guatemalaner gerichtet,
	        
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