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[23. Kapitel]

Full text: Es geschieht in Berlin / Holitscher, Arthur (Public Domain)

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euch — —!“, und zwei Fäuste schüttelten sich von der 
Rampe hinunter dem Publikum entgegen, „nicht die 
Revolution, die ihr miterlebt und erstickt habt, son- 
dern die Revolution, die wir machen werden, wenn 
das Proletariat sich gegen euch erheben und euch 
zerstampfen und in die Luft sprengen wird, wie die 
da hinter mir den Berg in die Luft gesprengt haben.“ 
Direktor Biene war durch die Tür des Eisernen 
verschwunden. Er unterhielt sich auf der Bühne 
mit dem Polizeileutnant, den er so weit zu besänf- 
tigen verstand, daß die Kundgebung nicht gestört 
wurde. Applaus im Parkettpublikum, das jetzt, 
aus den Bezahlern der teueren Plätze und den 
jungen Menschen von der Galerie zusammengesetzt, 
einen nächsten Redner forderte. Dieser ließ nicht 
lange auf sich warten. Es war Werner Friedenfeld, 
der auf einen Sitz der ersten Reihe sprang und mit 
gestikulierenden Armen und überschnappender 
Stimme „Genossen!“ in den Saal rief. Er kam aber 
nicht weit, denn einige Junge Schriftsteller, die sich 
in dem Saal befanden, erhoben ein schrilles Geläch- 
ter, indem sie das Wort „Augenbauch‘“ im Chor zu 
schreien anfingen. Werner verlor seine Sicherheit, 
stieg vom Sitz und geriet ins Handgemenge mit 
einem der Schreier. Der sensationslüsterne Baron 
hatte sich schon verflüchtigt, ebenso der Kunsthänd- 
ler und die Leute um diese beiden. Nur der alte 
Theaterkritiker, von seiner Zeitung bezahlt, und der 
Leitartikler desselben bürgerlichen Blattes verharr- 
ten noch auf ihren Plätzen. Sie blickten, mit den
	        
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