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[20. Kapitel]

Full text: Es geschieht in Berlin / Holitscher, Arthur (Public Domain)

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bemalt und mit roten Tupfen versehen, feldgraue 
Soldaten aus Porzellan, Obstmesserchen, Weckuhren, 
Suppenterrinen, einen Staubsauger, Dauerwürste, 
Emailkochtöpfe, Blumenbuketts und Obst aus Wachs 
gewinnen, ja sogar einen leibhaftigen Pour-le-merite- 
Orden, der sehr auffällig, als oberster Gewinst, in 
seinem Originalplüschetui in den Mittelpunkt ge- 
schoben war. 
Um Villa „Zichorienbrüh‘“ herrschte lebhaftes 
Treiben, Jedermann wollte sein Glück versuchen, 
und wenn nach vielen Nieten ein Gewinst ver- 
zeichnet wurde, rief man gestikulierend zur 
Blechkapelle hinüber, die sofort die Tanzweise 
unterbrach und einen hellen dreimaligen Tusch 
schmetterte. 
An den Tischen hatte sich ein gemütliches, harm- 
loses und frohes Trinken und Essen entwickelt. 
Papier raschelte, in dem man Backwerk, Äpfel und 
Stullen mitgebracht hatte. Kellner liefen mit riesigen 
Tabletten herum, auf denen Bierkrüge sonder Zahl 
zu sehen waren. Sobald der Tanz aufhörte, er- 
schienen oben auf der Bühne Künstler, die teils aus 
der Mitgliederschar der Laubenkolonie „Eintracht“, 
teils aus den beliebten Kleinkunstbühnen des Ostens 
und Nordens stammten und für diesen Abend von 
ihrer Direktion beurlaubt waren. Onkel Fitte hatte 
den Auftrag erhalten, die Künstler anzusagen, die 
auf der Bühne erschienen, und er tat es mit gutem 
Humor und der Überlegenheit des Amateurs über 
den professionellen Spaßmacher, Er kündete jetzt
	        
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