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[14. Kapitel]

Full text: Es geschieht in Berlin / Holitscher, Arthur (Public Domain)

103 — 
in der Dunkelheit zu lokalisieren. „Ach Gott, ach 
Gott, was sollen alle diese Erinnerungen, Gutes und 
Böses‘, mengte sich Herr Lewithan ins Gespräch, 
„lassen wir doch das begraben sein. Wir sind jetzt 
hier, und wenn wir drüben im Saal sind im Licht, 
werden wir wieder die alten Lieder singen und an 
eine Wiederkunft glauben, ob sie nun kommt oder 
nicht. Freundschaft, Freundschaft, Freunde, wenn 
ihr hier, auch in diesen warmen Raum, kalte gehässige 
Atmosphäre hineinbringen wollt, dann mache ich 
Licht, und es ist das beste, wir sprechen von was 
anderem. Es gibt doch genug, worüber man sich 
unterhalten kann.“ 
Der junge Mann, der die unliebenswürdige Frage 
gestellt hatte, sprach aber wieder: „Man will doch 
leben. Alle wollen leben, und wenn Sie hier nicht 
leben können oder wollen, zum Teufel, warum gehen 
Sie denn nicht zurück?“ „Wohin zurück?“ „Was 
meint er?“ „Nun, zurück, dorthin, wo die Atmo- 
sphäre nicht kalt ist“, — er sagte das höhnisch, „son- 
dern wo Stepan Antonowitsch der Boden zu heiß 
geworden ist. Sie haben ja die Wahl zwischen kalter 
Atmosphäre und heißem Boden, gehen Sie doch 
zurück, zum Teufel.‘ „Solch ein Unsinn‘, wandte 
jemand ein, „Sie wissen so gut wie wir alle...“ 
„Ach, ich weiß nichts, ich weiß nur, daß alles, was 
zwischen Ihnen und denen dort in unserem Lande 
steht, nur ein klein winziges Etwas ist, nicht einmalso 
viel wie eine gläserne Wand, aber Sie, Sie können mit 
Ihrer Hand nicht zu Ihrem Herzen fassen, obzwar
	        
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