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II.: Januar 1916

Full text: Pariser Romanze / Hessel, Franz (Public Domain)

B47 8 
er mich wahrnahm, lief er plötzlich loslassend fort und 
auf mich zu, gab mir den Stab und sagte deutsch und 
mit Mädchenstimme: „Halt mir meinen 8Stab, ich muß 
tanzen.“ Dann war er geschwind bei einer Sruppe von 
Kindern, die sich im Ringelreihen an den Händen hielten 
und schnell herumdrehten. And er riß die Schar zu 
immer tollerem Wirbel, warf den Kopf weit zurück; 
der Hut fiel herab, gelbes Haar strahlte durch die 
Luft und flog in langschießenden Strähnen um das 
selige Haupt. 
Ich langte nach dem Hute. Frau Hertha stand mit 
einmal wieder neben mir und lächelte etwas spottisch 
über meine dienende, wartende Haltung mit dem Hut 
und dem Stab. Als dann das Sasftonmädchen lang⸗ 
sam gegangen kam, das Haar mit erhobenen Armen 
eilig wieder zusammenflechtend, fragte ich aus bösem, 
sich wehrenden Herzen: „Spielen Sie eigentlich noch 
oder spielen Sie schon wieder?“ und erhlelt die be⸗ 
schämende Antwort: „Ich spiele immer und nie.“ 
Dann küßte sie die Hertha und sagte: „Ich muß 
schnell zu meiner Konversationsstunde nach Hause.“ 
Zie nahm mir den Hut ab; ich hielt ihr den 8Stab
	        
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