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I.: Januar 1915

Full text: Pariser Romanze / Hessel, Franz (Public Domain)

B158 
den Herbst zu wurde ich ganz trübselig und glieder— 
müde und lag krank und steif in der Revierstube. 
Als es besser wurde, taten sie mich in eine Schreib— 
stube, da schrieb ich Listen und Soldbũcher, Pässe und 
Befehle, bis wir dann hier ins Fort kamen, wo ich 
wieder Rekrut wurde und nun weiter warten kann, 
was kommen mag. In diesem Winter hat man sa 
gelernt, daß dieser Krieg noch lange dauern wird, und 
der große Tod der ersten Schlachten ist in ein bestän— 
diges Aeines Sterben zersplittert. 
Was ist aus unserer Welt geworden, Claude? Denkfst 
Du manchmal an die schöne Zeit, als alle Nationen vom 
Montpdarnasse sich in der Closerie des Lilas versam— 
melten? Da war der mächtige Norweger Lynge, der 
mit seinem grauen Unebelbart mehr einem Kapitän 
als einem Maler glich, und erzählte uns in sanfter 
franzoͤsischer Frühlingsnacht Wintermärchen von rot— 
nasigen feueräugigen Trollen. Da saß der Aeine Mos— 
kauer Dmitry mit dem Tatarenkopf, und seine schöne 
florentinische Dame streichelte zärtlich das helle Haar 
Deiner wundervollen frechen Pamela aus Chelsea. Der 
hagere Amerikaner Harold besprach mit unserem breiten
	        
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