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I.: Januar 1915

Full text: Pariser Romanze / Hessel, Franz (Public Domain)

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hatten und mein großer schwarzer Reisekoffer die 
Bank spielte. Aber das Fenster öffnete sich zu einem 
Balkon, von dem man weithin die Dächerinseln und 
schrägen Straßenrinnen fluten sah und die Kuppeln und 
Türme auftauchen, funkeln und in Dämmerung ver— 
schwimmen. Dort wurden alle Stimmen und Schreie 
von Paris zu einem Chor, fern und laut, der wunder— 
bar einwiegte und weckte. Die Treppe, sehr breit für 
ein so schmales Haus, hatte müdegetretene LStufen. 
In ihrem 8Staube lagen abgefallene Blumenblätter. 
Denn auf dem schwindsüchtig grünen Platz vor der Türe 
war Blumenmarkt, und es wohnten viele Frauen im 
Hotel. Nicht solche, die ihr Slũck gemacht haben, zu 
denen Kavaliere und Lieferanten teure Buketts tragen 
und auf deren Treppen Seidenpapier liegt. Nein, meine 
Nachbarinnen kauften ihre Blumen selbst und billig. 
Ss waren Anfängerinnen, die noch nicht wußten, 
sollten sie ins fleißige Schneideratelier unten in der 
8tadt oder zum Nachmittags⸗Tanz⸗Tee im Moulin⸗ 
Rouge oder bergauf zu den Malern des „Hügels“. 
And so taten sie dies alles durcheinander, und weil 
sie sehr früh oder sehr spãt aufstanden, sahen sie immer
	        
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