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III.: Februar 1916

Full text: Pariser Romanze / Hessel, Franz (Public Domain)

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gaben, und tanzte mit den ausgelassensten Mädchen 
die unmöglichsten Tänze und es wurden drollige Kinder⸗ 
bewegungen daraus. In den grellsten und dunkelsten 
Zpelunken bei den Hallen, in die wir in tiefer Nacht 
auf dem Heimwege gerieten, war sie glücklich und glück⸗ 
bringend; und wenn die Mätzenmänner und armseligen 
Dirnen mit ihr sprachen, so kam es mir vor, als wäre 
alles, was man Laster und Slend nennt, nur ein 
buntes 8Spiel, welches das große Wundertheater Paris 
vor dem einzigen Kinde aufführte. 
Am liebsten aber war sie in der nahen Rue de la 
Sadtẽ, jener erftaunlichen Straße, in der für den Be— 
wohner des Montparnasse im Kleinen alle Reize von 
Paris ins Volkstũmlich-⸗Vorftãdtische verwandelt billig 
angeboten werden. Da gab es in einem großen Holz⸗ 
schuppen das Ciné ma, wo sich die Liebespaare im 
Dunkel aneinander drängen und in der erhellten Pause 
von einem riesigen mageren Individuum aus langer 
Blumenspritze mit wohlriechendem Wasser besprengt 
werden. Da war in staubiger rotgoldener Pracht das 
Theater, in dem sene böse Königin von Frankreich 
erschien und im Turm von Nesle die armen 8Studenten
	        
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