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Full text: Sankt Sebastian vom Wedding / Herwig, Franz (Public Domain)

und leuchtete sie alle mit seiner lächeln- 
den Reinheit an. ; 
Als er sich der Hauptstadt näherte, 
streifte er unzählige Vorstädte, aneinan- 
dergereiht wie wuchernde Geschwüre; ihr 
Mittelpunkt war Berlin; Mit wunden 
Füßen hinkte er über den Staub der 
Straßen hin, trieb auf Menschenströmen 
in den Häuserschluchten; jeder Mensch 
war gehetzt und dem andern feindlich; 
das Elend sandte verzehrende Blicke der 
Wut auf das Glück, unter dem man Macht, 
Reichtum, Besitz verstand. Die Luft, die 
Sebastian einatmete, war zugleich eisig 
und überhitzt. An jeder Straßenecke stan- 
den Männer in Uniform, die Pistolen am 
Gürtel, wie Tierbändiger. Sie sahen miß- 
trauisch und unsicher auf Scharen von 
mageren und bleichen Menschen, die 
immer und überall zwecklos sich zusam- 
menschoben, sich auflösten und erneuer- 
ten, langsam und herausfordernd, 
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